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Jaap de Boer

 

Der französische Künstler Bruno Bouteville - geboren am 6. Juni 1959 in Barbezieux - firmiert hauptsächlich unter den Namen Jaap de Boer, Jop de Boer oder einfach Jaap.

 

1982/1983 erschien seine Parodie auf die Figur Bernard Tapper im Journal La Vie Ouvrière. Ein Jahr später entstand für das Magazin Pif Gadget der Charakter Kalitai. Die Geschichten um die kleine Hunnin wurden später in der Zeitung Meuriad und 2006 als Sammelband bei Deirdre Èditions wiederveröffentlicht. 1987 entstanden für das Journal Triolo (Fleurus Presse) die Abenteuer eines jungen kanadischen Trappers "Benjy Bellaventure".

Zwischenzeitlich arbeitete Bouteville als Fotoassistent unter anderem für den französischen Playboy und veröffentlichte zudem einen Gedichtband "Larmes de sang sur mes ondines". In den folgenden Jahren entstanden weitere Bücher wie "Le gouffre des hurlements", "Mes tentatrices", "L'ondine oubliée" oder "Le djinn aux yeux bleus".

 

Den ersten größeren Erfolg erzielte Jaap mit dem Album Nathalie la petite hôtesse; geschrieben von Joop van Linden (John Léturgie - verwendete auch das Pseudonym Jane). Beim gleichen Verleger Dessis erschien auch der geistige Nachfolger Magali la petite infirmière (1988) sowie später Stéphanie la petite duchesse (Autor wieder Jean Léturgie), die ebenso im Journal Micro News veröffentlicht wurden. Die Alben waren eine Parodie auf die erfolgreiche Serie Natacha von François Walthéry.

Daneben entstanden Arbeiten wie "Isterix chez Vent d'ouest" oder "Un autre monde chez Agorna". 1990 veröffentlichte Glénat den Abenteuer-Comic "Pile ou Face au Colombzuela" mit der Indiana-Jones-Heldin BamBou. Autor war dabei ebenfalls wieder Jean Léturgie.

 

Ab dem Jahr 1992 erschienen unter seinem Pseudonym Gèrard Manvussa (später wieder unter de Boer) in den Magazinen Bédé Adult und Bédè X mehrere Geschichten, wie zum Beispiel: "Sucette", "Dr. Jekkyl et Miss Slice" (Parodie auf den Klassiker von Robert Louis Stevenson), "Ankula la Vampire" (Parodie auf den Stoff von Bram Stoker) oder "Titi Carapate dans les Carpates" (Parodie auf den bekannten Charakter "Bibi Fricotin") (Bédé Adult # 165ff).

 

Dazu eine Anmerkung das in einigen Web-Quellen verwechselt wird!
Das später veröffentlichte Album Sucette zeigt die gesammelte Seiten der Geschichte "La semaine de Sucette", die vorab im Magazin Bédé X (#30ff) erschienen. Gezeichnet von Jean Pignar alias Jean Pailler! Das Cover hat indes Gèrard Manvussa alias Jaap gezeichnet. Auf dem Cover steht das Pseudonym Pignol. Gérard Manvussa aka Jaap hat später eine weitere Episode in Albumlänge gezeichnet mit dem Titel "Sucette!", die im Magazin Bédé X S.M. erschien (ab #49ff).

Beide Geschichten erzählen die äußerst frivolen Abenteuer der jungen Sucette, die mit einigen deutlichen Tabus aufwarten kann - wie erotischen Spielen mit Minderjährigen oder Tieren. Paillers/Pignar "Sucette" ist inhaltlich bodenständiger, während Manvussas/Pignol "Sucette" exotischere Abenteuer besteht.

 

Doch anders als viele realistisch zeichnende Künstlerkollegen konnte sich de Boer etliche Freiheiten mit seinen Charakteren erlauben. Durch den franco-belgischen "Cartoon-Stil" erscheinen sexuelle Szenen weniger anstößig und transportieren eher den "Charme eines gezeichneten Herrenwitzes".

Anfang der 1990er Jahre begann Jaap für Hot Video zu arbeiten und lernte dort zudem eine Vielzahl an Stars des erotischen Films kennen. Dadurch kam er auch mit weiteren französischen Magazinen wie Glamour, Furioso, X mag, Love Party, Adult BD, usw. in Kontakt und zeichnete mehr als 300 Seiten erotisches Comicmaterial. Für Boemerang und Arboris (Rooie Ohtres/Rote Ohren) entstanden über 100 erotische Witz-Seiten (u.a. Rooie Oortjes INT #13, #19).

 

Bei Hot Comics erschien 1993 La Vie sexuelle de Blanche-Neige, der das "Liebesleben" von Schneewittchen beleuchtete. Mit dem Autor Van Achterwiel (Pseudonym von Claude de la Royère) entstand 1995 das Album "Betty Page", das später bei La Musardine in einer farbig überarbeiteten Fassung wiederveröffentlicht wurde. Das Album war in Deutschland, Belgien und Holland ein großer Erfolg.
1999 wurde sein erstes realistisch gezeichnetes Album La Fille aux yeux rouges ("Das Mädchen mit den roten Augen") herausgebracht.

 

1996 veröffentlichte Soleil Èditions das Material aus "Magali", "Stéphanie", sowie eine Auswahl der besten Cartoons aus dem Hot Video Magazin im Album "Loola bi bop - Gags hot tension".

 

Jaap zeichnet überwiegend in einem klassischen cartoonhaften franco-belgischen Zeichenstil, ähnlich dem von Dany, Bruno Di Sano oder François Walthéry. Sein Zeichenstrich variiert zwischen grob skizzenhaften (wie bei "Betty Page" oder "Susette") und präzise gesetzten Strichen (wie bei "Nathalie" oder "Loola bi bop" zu sehen). Auch in Sachen Anatomie gibt es bei ihm Höhen und Tiefen. Trotzdem ist sein künstlerisches Stil-Repertoire mannigfaltig, wenn man zu all dem noch seine Manga-Arbeiten, die er unter dem Pseudonym Obi Yamato anfertigte, einberechnet (unter anderem Bédé Adult #211: L´amant"). Dieser Ausflug in die Mangas entstand zu einer Zeit als de Boer mit Francis Leroi zusammenarbeitete.

 

De Boer schaffte es geschickt durch seine erotischen Adaptionen von bekannten und berühmten Comicfiguren, die ebenfalls in einem franco-belgischen Comicstil ihre Abenteuer bestehen, die Fans beider Lager zu gewinnen. Etliche Leser träumen von einer mehr erotischen Variante ihrer Comic-Helden/innen. Und de Boer lieferte. Doch er war mit seinen Parodien nicht allein. Auch Kollegen wie Gast (André Amouriq) oder Jean Pignar hatten ihren Spaß an sexualisierten Fassungen von bekannten Comic-Charakteren. Selbst Kollege Pierre Seron "versexte" seine eigene kommerzielle Serie "Petits Hommes" (Die Minimenschen) in den Alben Petites femmes; erschienen beim Joker Verlag.

 

Mitte der 1990er Jahre beschloss de Boer die erotischen Comics hinter sich zu lassen.

 

Im Jahr 2000 veröffentlichte Jaap den psychologischen Thriller "Tueur de Fées". 2003 entstanden rund 40 Illustrationen für den Katalog "Mieux vivre a rennes", der die Stadt Rennes vorstellt.

 

De Boer ist ein leidenschaftlicher Anhänger mittelalterlicher und altertümlicher Themen. Er illustrierte unter anderem das Album "Guillaume le Conquérant" sowie "Les Grands Ordres" das über das Leben, das Millitär und die Waffen der mittelalterlichen Ritter und des Ritterordnens informieren. Die Bände fanden bei Altertumsforscher, Rollenspielfans und auch Lehrern großen Anklang.

Zusammen mit Laurent Ringuet entstanden zwei Bücher - "Femmes et déesses des mondes celtiques" und "Femmes et déesses des mondes vikings" über berühmte Frauen der deutschen und skandinavischen Mythologie.

All seine Zeichnungen wurden mit Aquarellfarben eingefärbt, auf die de Boer trotz aller "vereinfachten" Koloration via Computer immer wieder bewusst zurückkommt.

 

De Boer engagierte sich auch als Lehrer um sein Wissen weiterzugeben. So unterrichtete er unter anderem an einer privaten Kunstschule in Nantes. Trotz der interessanten Erfahrungen die er dort gesammelt hat, gab er nach vier Jahren enttäuscht auf, da er sich den schulischen Regeln und dem immensen Zeitaufwand nicht mehr beugen wollte. Nach einem Cum laude-Abschluss in Rennes konnte er dort ebenfalls unterrichten. Zudem bot er auch Kurse und Praktika an.

 

Die bereits erwähnten François Walthéry (Autor) und De Sano (Farbe) waren zusammen mit Jaap an der mittlerweile dreibändigen Serie Contes de Fees beteiligt. Jaap wollte keine typischen oder klischeehaften Geschichten schaffen, sondern in seinem Feen-Märchen moderne - ja auch pädagogische - Ansätze verarbeiten, die Themen wie Umweltschutz, die Gewalt und Skrupellosigkeit der Erwachsenen oder den Tierschutz ansprechen.

 

2014 waren seine Arbeiten auf Exhibitions in New York und in Rom zu sehen.

 

Veröffentlichungen Jaap De Boer, ... (Alben) (Auswahl):

- Nathalie la petite hôtesse (1985/1998, Dessis/Media 1000) mit Autor Joop van Linden; Nathalie die kleine Stewardess (Edition Bikini, 1990)
- Magali la petite infirmière (1988, Dessis)
- Bambou - Pile ou Face au Colombzuela (1990, Glénat)
- Stéphanie, la petite duchesse (1996, Soleil Productions)
- La vie sexuelle de Blanche Neige (1993, LPI, (Collection: Contes Érotiques))
- Betty Page (1995, Astrid/Neuauflage: 2012, Editions Loubianka)
- Loola bi bop - Gags hot tension (1996, Soleil Productions)
- Gags gaillards (Band 8 der Reihe Salut les Coquines) (2000, Arboris) "Heisse Köpfe 19"
- Femmes et déesses des mondes celtiques (2005, Deirdre)
- Femmes et déesses des mondes vikings (2006, Deirdre)
- Dessins et croquis 1 und 2 (2006/2009, Editions loubianka)
- Kalitai - Les huns et les autres (2006, Deirdre)
- Guillaume le Conquérant (2007, Quest-Fance)
- Walkyries - Sketchbook (2008, Deirdre)
- Walkyries - Nornes (2008, Deirdre) Sonderedition
- Pin-Ups 1-7: Betty Page, Danseuses, Guerrières, Band 4 (ohne Namen), Les Fées, Dejja Torris (Jedda Thorris), Red Sonja et les autres… (2008/2009,

Editions Loubianka) sieben Bände
- Le bucheron qui avait trahi sa parole (2009, Deirdre) mit Autor François Walthéry
- Contes de fées 1-4: Band 1: Le Bûcheron qui avait trahi sa parole, Band 2: L'enfant qui aimait les oiseaux, Band 3 : La petite fille battue, Band 4 : La vengeance d'Answelna (2009/2010, Deirdre)
- Ca barde chez les Druides (Editions Hêtre Deux)
- Runa Sutra (2010; Deirdre)
- Anecdotes - Ni bête ni têtu (2011, Eure du terroir) Sammelband mit mehreren Künstlern
- Les dessous de Betty Page (2013, Editions Loubianka) Artbook

 

Links:

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- französischer Wikipediaeintrag

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Quellen:

bedetheque.com

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