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Pierre Seron

wurde am 9. Februar 1942 in Chénée (Nahe Liège (Lüttich)), Belgien geboren. Er studierte ab dem Jahr 1957 an der berühmten Beaux-arts de Saint-Luc in Liège um unmittelbar nach seinem Abschluß im Jahr 1961 von Dino Attanasio ("Signor Spaghetti", "Modeste et Pompon") als Assistent für seine Serien (bei Journal de Tintin) engagiert zu werden. Er signierte einige seine Arbeiten als FOAL. Stilistisch ließ er sich vom überragenden Vorbild André Franquin ("Spirou et Fantasio") inspirieren.

Der Militärdienst beendete diese ersten künstlerischen Jahre und Seron begann erst wieder im Jahr 1966 mit dem Comiczeichnen.
Diesmal für die Serien von Mittéï ( = Jean Mariette) ("Indésirable Désiré", "Ric Hochet") und Maurice Maréchal ("Prudence Petitpas").

1967 präsentierte er zum ersten Mal seine Minimenschen Les Petits Hommes im Magazin Spirou. Die Geschichten steuerte in den ersten Bänden der Journalist Albert Desprechins und später Mittéï (unter dem Pseudonym Hao) bei, wobei Mittéï die Serie inhaltlich auf ein erwachseneres Niveau hob. Ab den 1980ern schrieb Seron die Skripts für seine Comics selbst.

Neben den Minimenschen erschien im Magazin Pif-Gadget die Mini-Serie La Famille Fohal (1973-1975), die später in Albenform "La Famille Martin" umgetauft wurde (firmiert unter seinem richtigen Namen Seron). Autor der Geschichten war Saint Thomas (vermutlich Mittéï). Seron signierte die Seiten mit dem Pseudonym Fohal (siehe Bild-Beispiel am Ende der Seite). Fohal war jedoch der Name seiner Ex-Frau. (1).
Mit dem Autoren Stephen Desberg gestaltete Seron die Abenteuer Centaures Aurore et Ulysse (1978) (deutsch "die Zentauren").

Doch die Minimenschen ließen ihn nicht los und erfreut die Fans seit nunmehr über 40 Jahre. Seron entwickelte im Verlauf etliche Finessen wie grafische Effekte oder probierte inhaltliche Experimente um die Reihe interessant zu halten. Wie zum Beispiel im Album "Le Planète Ranxerox" (1985), auf dessen Welt die Farben invertiert sind; oder er entwarf eine Geschichte, die parallel in verschiedenen Dimensionen spielt wie in "Voyage entre 2 Mondes" (1990); oder transportierte die Helden in ein Videospiel, wie in "Duels" (1999).
Er arrangierte zudem Cross-over-Auftritte der Minimenschen wie in "Le Pickpocket" (1985) innerhalb der Serie "Scrameustache" von Roland Goossens (alias Gos) und wie in "Le Vulcan d'Or" (1988) innerhalb seiner eigenen Serie "Aurore et Ulysse".

Die "Abenteuer der Minimenschen" erschienen auch auf deutsch. Zwischen den Jahren 1987 und 1995 zuerst bei Reiner Feest (Band 1 bis 11) und später bei Feest Comics (Ehapa Verlag) (Band 12-21). Einige Ausgaben wurden Jahre vorher auch im Taschenformat (18x13 cm) unter dem Titel Herbie Huppser und die Mikronauten bei Bastei Comic (1982/83) herausgegeben. Salleck Publications führte die Serie ab dem Jahr 2000 fort.

Für P&T Productions und Joker Editions entstand die erotische Variation der Minimenschen: Les petites femmes. Was durchaus ein Risiko darstellte, als gefeierter Comickünstler, der vornehmlich Geschichten für Kinder und Jugendliche gestaltete, eine erotische ja stellenweise pornografische Serie ohne Pseudonym zu starten.

Doch Seron wurde belohnt und die Minimädchen ein großer Erfolg; nicht nur in Frankreich. Nach sechs Bänden war leider wieder Schluss und weitere Alben sind im Moment nicht geplant. Die deutschen Ausgaben liefen bei BSE. Die Kolorierung übernahm das bekannte Studio Léonardo*.

Die Südsee-Abenteuer mit den Minimädchen bieten vergnüglichen Lesestoff in Albumstärke durch ihre burlesken Einfälle, witzigen und abwechslungsreichen Szenarien - präsentiert in zeichnerischer Präzision! Seron integrierte lüsterner Amazonen, "Hühnchenfrauen", "deutsche Kameraden" mit deformierten Körpern, sprechende "Pimmel", mythologische Figuren, ja sogar der kleine Bruder von Jesus ist auf den Inseln unterwegs.

Wo Kollegen wie DiSano oder Dany meist verschämt ausblenden oder geschickt Details verdecken, hat Seron in etlichen seiner Bilder den Mut in der erotischen Szene zu bleiben und diese auch unverblümt zu zeigen. Allein dem franco-belgische Zeichenstil ist es geschuldet, das die gezeigten Handlungen nicht vulgär oder geschmacklos erscheinen, denn allzu deutliche und explizite Details sind in dieser Darstellungsart eh nicht möglich.

"Auf einer von kleinwüchsigen, hübschen Amazonen bewohnten Insel strandet der einzige Überlebende eines untergegangenen Schiffes. Doch was zunächst sehr verlockend für einen potenten Mann erscheint, entpuppt sich bald als schreckliche Falle.
Die Amazonen haben nämlich seit vielen Jahren keinen Mann mehr gesehen, und machen sich große Sorgen um ihren Nachwuchs. Der scheint nun gesichert zu sein. Nur mit dem Haken, dass der Schiffbrüchige wenig Interesse zeigt, bei der Familienplanung der Amazonen zur Verfügung zu stehen. Viele der Mädchen haben noch nie einen Mann gesehen und versuchen nun unbeholfen, ersten Kontakt zum anderen Geschlecht herzustellen. Gefühle wie Neid, Eifersucht und Liebe waren ihnen bisher eher fremd, und so kommt es erst zu Streit, später dann zu einem regelrechten Krieg um den einzigen Mann auf der Insel. Je mehr er in die Intrigen und Kämpfe der Mädchen verwickelt wird, um so mehr findet er plötzlich Gefallen an der Vorstellung, der Vater des gesamten Nachwuchses auf der Insel zu werden. …"
Pierre Seron, bekannt durch seine Serie Die Minimenschen, legt hier in bester Tradition solcher Zeichner wie Dany oder Walthery ein erotisch-humorvolles Comic-Album vor, das den Vergleich zu Titeln wie "Oh la la!" und "Schäm dich" nicht zu scheuen braucht. Der aussichtslose Kampf eines Mannes gegen ein ganzes Volk liebeshungriger Frauen verursacht von Seite zu Seite zwerchfellerschütterndes Lachen beim Leser. So mancher Zeitgenosse wäre wohl gern an seiner Stelle."
(2)

Seron verstarb am 24. Mai 2017

französische Veröffentlichungen/french publications (Auswahl/Selection):
- Les petits hommes (Dupuis, 1972-) mittlerweile weit über 50 Alben, Intégrale-Bände und diverse Sonderausgaben, Serien-Ableger erschienen u.a. bei Soleil (1989-1992)
- Natacha (Band 7) L'hôtesse et Monna Lisa (Dupuis, 1979)
- Les centaures (Dupuis, MC Prod., Soleil, 1982-1989) mittlerweile 6 Bände (Nachdrucke Soleil/Jourdan, 1990/91)
- La famille Martin (Soleil, 1990/1993) 2 Bände
- Les fondus (Band 5) Les fondus de la pêche (Bamboo, 2008)

erotische Veröffentlichungen/erotic publications (Auswahl/Selection):
- Les petites femmes (P&T Production, Joker Editions, 1999-2009) 6 Bände (#1: Le gabarit sacré, #2: Les petites femmes à plumes, #3: Les têtes de noeud, #4: 'Messie' le retour, #5: A la recherche du sein grêle, #6: V.D.Q.S.)
- T'as de beaux yeux, tu sais! (Band 1und 2) (Joker Editions, 2003/2010)
- Rooie Oortjes #32 (zum Teil Minimädchen-Material), #33 (= Minimädchen Album #3)

Links:
- englische Wikipediaseite
- Liste Minimenschen bei comicguide
- Liste Minimädchen beim BSE Verlag
- Offizielle Fanseite auf Facebook
- Comicographie der Minimenschen

Quellen/Sources:
bedetheque.com
lambiek.net
(1) www.forumpimpf.net
(2) www.amazon.de

* Vittorio Leonardo und sein Sohn Jourdan haben bereits etliche bekannte Serien (unter anderem: "Les Femmes en Blanc", "Cédric", "Les Zappeurs", "Yoko Tsuno") für Spirou via Computer koloriert.

Stand 2017

This translation is unedited!

 

Pierre Seron

 

was born on 9 February 1942 in Chénée (Nahe Liège (Liège)), Belgium. From 1957 he studied at the famous Beaux-arts de Saint-Luc in Liège, where he was hired by Dino Attanasio ("Signor Spaghetti","Modeste et Pompon") as an assistant for his series (at Journal de Tintin) immediately after his graduation in 1961. He signed some of his works as FOAL. In terms of style, he was inspired by the outstanding model André Franquin ("Spirou et Fantasio").

 

Military service ended these first artistic years and Seron did not start drawing comics again until 1966.

This time for the series by Mittéï (= Jean Mariette) ("Indésirable Désiré", "Ric Hochet") and Maurice Maréchal ("Prudence Petitpas").

 

In 1967 he presented his Les Petits Hommes for the first time in the magazine Spirou. The stories were contributed by journalist Albert Desprechin and later Mittéï (under the pseudonym Hao) in the first volumes, with Mittéï raising the series to a more mature level in terms of content. From the 1980s onwards, Seron wrote the scripts for his own comics.

 

In addition to the Les Petits Hommes, the mini-series La Famille Fohal (1973-1975) appeared in the magazine Pif-Gadget, which was later renamed "La Famille Martin" (under his real name Seron). The author of the stories was Saint Thomas (probably Mittéï). Seron signed the pages with the pseudonym Fohal (see picture example at the bottom of the page). Fohal, however, was the name of his ex-wife. (1).

Together with the author Stephen Desberg, Seron designed the adventures Centaures Aurore et Ulysse (1978).

 

But the "petits hommes" didn't let him go and have been delighting the fans for over 40 years now. Seron has developed a number of subtleties such as graphic effects or experimentation with content to keep the series interesting. For example, in the album "Le Planète Ranxerox" (1985), in whose world the colours are inverted; or he created a story that plays in parallel in different dimensions, as in "Voyage entre 2 Mondes" (1990); or he transports the heroes into a video game, as in "Duels" (1999).

He also arranged cross-over appearances of the "little people" such as in "Le Pickpocket" (1985) within the series "Scrameustache" by Roland Goossens (alias Gos) and as in "Le Vulcan d' Or" (1988) within his own series "Aurore et Ulysse".

 

The "Abenteuer der Minimenschen" also appeared in German. Between 1987 and 1995, first with Reiner Feest (Volume 1 to 11) and later with Feest Comics (Ehapa Verlag) (Volume 12-21). Some of the previous editions were also published years before in pocket format (18x13 cm) under the title Herbie Huppser und die Mikronauten at Bastei Comic (1982/83). Salleck Publications continued the series from 2000 onwards.

 

For P&T Productions and Joker Editions the erotic variation of the "little people": Les petites femmes. This represented a risk, as a celebrated comic artist who mainly created stories for children and young people, to start an erotic and sometimes pornographic series without a pseudonym.

 

But Seron was rewarded and the "little girls" were a great success, not only in France. After six volumes it was over again and further albums are not planned at the moment. The German editions ran on BSE. The coloring was done by the well-known studio Léonardo*.

 

The South Seas adventures with the "little girls" offer pleasurable reading material in album strength through their burlesque ideas, funny and varied scenarios - presented in graphic precision! Seron integrated lustful Amazons,"Chickenwomen", "German comrades" with deformed bodies, talking "Pricks", mythological figures, even the little brother of Jesus is on the way on the islands.

 

Where colleagues like DiSano or Dany usually hide or cleverly hide details, Seron has the courage to stay in the erotic scene and show them also bluntly. It is solely due to the Franco-Belgian style of drawing that the actions shown do not appear vulgar or distasteful, because all too clear and explicit details are not possible in this representation anyway.

 

"On an island inhabited by small, pretty Amazons, the only survivor of a ship that has perished is stranded. But what at first seems very tempting for a potent man soon turns out to be a terrible trap.

The Amazons have not seen a man for many years and are very worried about their offspring. It seems to be secured now. Only with the hook that the castaway shows little interest in being available for family planning of the Amazons. Many of the girls have never seen a man before and are now clumsily trying to establish first contact with the opposite sex. Feelings such as envy, jealousy and love have been rather alien to them until now, and so there is a quarrel first, then a real war for the only man on the island. The more he gets involved in the intrigues and fights of the girls, the more he suddenly takes a liking to the idea of becoming the father of all the offspring on the island. …"

Pierre Seron, known for his series Die Minimenschen, presents an erotic-humorous comic-book album in the best tradition of such artists as Dany or Walthery, which compares with titles like "Oh la la! and "shame on you" doesn't shy away. The hopeless fight of a man against an entire nation of lovely-hungry women causes from side to side doddering laughter at the reader. Some contemporary would like to take his place." (2)

 

Seron died on 24. May 2017

 

 

* Vittorio Leonardo and his son Jourdan have already coloured several well-known series for Spirou via computer (among others: "Les Femmes en Blanc", "Cédric", "Les Zappeurs", "Yoko Tsuno").

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