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Pat Mallet

Der französische Cartoonist und Comiczeichner Patrick Mallet wurde 1941 in Marseille geboren.

Mallet studierte zur gleichen Zeit wie Jean Giraud (Moebius) und Jean-Claude Mézières ("Valerian & Veronique") an der Akademie für Angewandte Künste in Paris.

In seinen Anfängen erfand der seit seinem 9. Lebensjahr gehörlose Zeichner den Roboter Pegg, sowie die albernen Marsmenschen Xing & Xot.

Der Roboter "Pegg" erschien um 1961 - und später im Jahr 2007 noch einmal - im französischen Kult-Magazin Spirou. "Xing & Xot" zwischen 1960 und 1966 in der gleichen Publikation. Wie auch (um 1964) Maletts Figur Monsieur Louifine. Im selben Jahr erschien bereits ein Sammelband bei Dupuis.

Mallet zeichnete unter anderem für die französische Illustrierte Paris Match sowie Cartoons und Comicgeschichten für das Magazin Pilote (zwischen 1965 und 1975). Aber auch in deutschsprachigen Zeitschriften und Zeitungen waren seine Zeichnungen zu finden. Für das deutsche Frauen-Magazin Bild der Frau kreierte er die Wochenserie "Nina". Neben seinen Tätigkeiten als Lehrer und Cartoonist war Mallet zudem in der Werbung tätig und arbeitete für Firmen wie Renault, Xerox oder Fernet-Branca.

1965 erschien in der Pilote-Ausgabe 321 die ersten sechs Seiten des Marsianers Zoum, der auf der Erde gelandet den Erdling Jeff trifft und mit ihm gemeinsam unsere Welt erforscht. Die Serie lief unregelmäßig bis ins Jahr 1970.

Um 1970 landeten dann Mallets grüne Männchen im französischen Männermagazin LUI. Dies war der Startschuss für eine unglaubliche Erfolgsserie, die auch umliegende Nachbarländer erfasste. Nach ihrem Siegeszug durch diverse Magazine und nach ersten Buchveröffentlichungen erreichte in den 1980er Jahren das grüne Männchen Fieber ihren Höhepunkt und die kleinen neugierigen Außerirdischen mit ihrer starken Libido und ihren vorstehenden Hasenzähnen tummelten sich nicht nur in französischen und deutschen Publikationen.

Dabei durften die grünen Schlingel durchaus auch mal "Pimmel" zeigen, die etliche Kollegen der frivolen Funny-Cartoons, wie Dany oder Di Sano, eher vermieden. Obwohl ihre gezeichneten Scherze meist erotischer waren und wesentlich mehr Haut zeigten als die von Mallet.

Angefacht durch Veröffentlichungen der grünen Männchen im ZEIT-Magazin nahm 1975 der Stalling Verlag (Oldenburg), sowie später der Fischer Verlag (Berlin) es in die Hand das LUI-Material zu publizieren.
Im Laufe der Jahre kam es zu etlichen weiteren Veröffentlichungen und Neuauflagen der Männchen-Cartoonbücher durch Verlage wie Pawlak, Gerstenberg, Heyne sowie dem deutschen Bücherbund.

"... Ich kenne viele humoristische Zeichner: gute, ja sogar sehr gute! Aber nur ganz selten gelingt es, jemanden zu entdecken von dem Format und Rang eines Pat Mallet". (1)

"Zunächst galt ihr Interesse nur dem weiblichen Teil der Menschheit,... Natürlich sind sie immer noch hinter den Reizen weiblicher Körper her, aber inzwischen interessiert sie unser ganzer Himmelskörper – dieses verrückte, merkwürdige Gebilde names Erde. ... In witzigen Situationen am laufenden Band entdecken sie, was ihnen völlig fremd ist... Krieg und Umweltzerstörung, Konsum um jeden Preis, Frustration, Hass statt Liebe, Neid, Missgunst,..." (2)

Der deutsche Verlag Condor/Interpart brachte zwischen 1983 und 1989 22 Softcover-Alben auf den Markt, die dazu beitrugen den "kleinen grünen Männchen" Hype in Deutschland am Laufen zu halten. Das Titeldesign orientierte sich an den französischen Ausgaben von Eurédif.

Interpart platzierte die Softcover-Ausgaben am Kiosk in der Comicecke. Sicherlich waren einige wenige Inhalte für eine vermeintliche Kinder-Lektüre noch recht gewagt, doch die meist mehrseitigen Comic-Geschichten hatten bei weitem nicht mehr den frivolen Biss der ursprünglichen (LUI-)Cartoons und drifteten inhaltlich recht schnell in Klamauk und Albernheiten ab.
Zudem wirken die Comics etwas schludrig gezeichnet und stehen optisch in keinem Vergleich zu den Cartoons der früheren Jahre.

Die Cartoons der kleinen grünen Männchen wurden von Mallet mit einem schnellen, skizzenhaften, aber präzise gesetzten Strich auf das Papier gebracht. Für farbliche Akzente sorgten zarte Aquarellfarben.

Anfang der 1990er Jahre verliert sich die Spur der grünen Männchen in den Weiten des Cartoon-Universums ...

1972 erhielt Mallet den Grand Prix International de Montréal im Bereich Karikatur und 1978 im Bereich Comic. 2006 wurde er nominiert für die Trophy Autonomic´Art im Bereich Design.

Nach seinem Rückzug aus dem Cartoon(/Comic)-Business, setzte sich Mallet verstärkt für die Interessen der Gehörlosen ein. Er unterrichtete bereits von 1971 bis 1991 als Kunstlehrer am COEP Center in Paris, einem Schulungszentrum für experimentelle Sprachtherapie.

Er schrieb und zeichnete mehrere Ratgeber und kritische Auseinandersetzungen zum Thema Gehörlosigkeit.

Seit ein paar Jahren betätigt sich Mallet vermehrt als Illustrator.

"Humor im Alltag ist das Thema des Zeichners Pat Mallet, denn diesmal ist er mit beiden Beinen auf der Erde geblieben. Mallet nimmt in sanft kritisierender, skurril gezeichneter Manier Erscheinungen des täglichen Lebens aufs Korn, von Autoschlangen bis zum Fernsehprogramm. Und auch ohne die kleinen grünen Männchen, denen Pat Mallet nicht nur bei uns seinen Ruhm verdankt -, die Erlebnisse hübscher junger Damen spart Pat Mallet auch in seinem neuen Buch nicht aus." (Der große Pat Mallet, Fischer Taschenbuch 1985) (3)

deutsche Männchen-Veröffentlichungen (Auswahl) *:
- Die kleinen grünen Männchen 1-22 (1983-1989, Condor/Interpart Verlag)
- Die kleinen grünen Männchen - Sehr irdische Entdeckungen und Eroberungen kleiner neugieriger Ungeheuer vom Mars (1975, Stalling)
- Das große Buch der kleinen grünen Männchen (1975+1977, Stalling (Sammelband)
- Die kleinen grünen Männchen (1977, Fischer)
- Die kleinen grünen Männchen (1980, Stalling)
- Die kleinen grünen Männchen sind wieder da! (1981, Fischer)
- Die kleinen grünen Männchen sind wieder da! (1977 und 1985, Stalling)
- Und die kleinen grünen Männchen waren doch dabei (1985, Stalling)
- Die kleinen grünen Männchen sind immer noch dabei (1985, Fischer)
- Die kleinen grünen Männchen werden aktiv (1987, Fischer)
- Pat Mallet - Gelegenheit macht Liebe - Das scharfe Buch der kleinen grünen Männchen (1989, Fischer)
- Das große Buch der kleinen grünen Männchen (1990, Gerstenberg)
- Die Olympiade der kleinen grünen Männchen (1990, Heyne)
- Die kleinen grünen Männchen lieben die Frauen (1991, Heyne)
- Die kleinen grünen Männchen sind nicht zu bremsen (1992, Heyne)

(* aufgeführt sind auch inhaltsgleiche bzw. ähnliche (Neu-)Auflagen durch verschiedene Verlage)

französische Veröffentlichungen (Auswahl):
- Xing et Xot 1-6 (1960-1966, Dupuis)
- Pegg (5 Alben, 1961/1962, Dupuis und 2007/2009, Le Coffre à BD)
- Monsieur Louifine (1964, Dupuis)
- Le Petit monde de Pat Mallet (1975, Dargaud)
- Question de nerfs (1986, Glénat) - deutsch bei Fischer Verlag "Der große Pat Mallet" 1981)

Die kleinen grünen Männchen:
- Les Petits hommes verts (1976, Denoel - wiederveröffentlicht: 1982, "Bonjour les èbats!", Eurédif)
- Envahissent la terre (1983, Glénat)
- En vert et contre tous (1984, Eurédif)
- Les petits hommes verts (Sammelband, 1982, Glènat)
- Zoum le Vénusien (Wiederveröffentlichung 2005/2010, Le Coffre à BD)

Links:
- französischer Wikipedia-Eintrag
- Deutschsprachige Veröffentlichungen (Auswahl)
- französische Webseite Yanous!
- Zoum le Martien
- Seite über Pegg und Xing & Xot

Quellen:
(1) Vorwort: Max Kleiter (Stalling Verlag). Das große Buch der kleinen grünen Männchen 1975/1977
(2) Editorial: die kleinen grünen Männchen Album #1, Interpart Verlag, 1993
(3) Fischer Verlag/naomis-aniquariat.de

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