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Marc Borstel

Marcelo Borstelmann stammt aus Argentinien, lebt zur Zeit in Mar del Plata (Buenos Aires) (1) und arbeitet als freischaffender Comiczeichner, Kolorist und Illustrator.

Für DoFantasy zeichnete Borstel zwischen 2001 und 2007 einige pornografische Comicgeschichten in Albumlänge, die sich inhaltlich dem gleichen gewalttätigen Tenor des Labels anschlossen. Die DoFantasy Alben werden überwiegend nur als pdf-Datei via Internet verbreitet.

Nachdem bereits einige kleinere Arbeiten von ihm bei DoFantasy erschienen sind, wurde 2004 das - in schwarz-weiß produzierte - Album The island of the damed veröffentlicht und zeigt ein typisches ("DoFantasy"-)Szenario von diktatorischen Unterdrückern, sowie einer Gefängnisinsel mit Mördern und Vergewaltigern, auf der eine Gruppe junger Frauen unfreiwillig landet. Die gestrandete "Ware" wird sogleich zum hiesigen Sklavenmarkt gebracht und mit den üblichen "Einarbeitungsmethoden" in die neue Rolle als Sexsklavin eingewiesen.

Das nachfolgende Album Slave Tales (2005) - ebenfalls schwarz-weiß produziert - stößt in ein ähnliches Horn wie sein Vorgänger. Diesmal ist der geheime Sklavenmarkt in einer Großstadt angesiedelt und der Comic bebildert in unzähligen Szenen den "Einarbeitungsprozess" neuer Sklavinnen.

Lady in Chains (2006) ist der erste Farbcomic in Albumlänge von Borstel für DoFantasy. Die aufwendig produzierten Seiten wurden mit zusätzlichen Photoshop-Effekten "aufgehübscht" und bringen die vormals eher schmucklosen schwarz-weißen Tusche-Zeichnungen auf ein ansprechenderes Niveau. Die einzelnen Bilder und Figuren wirken durch den farbigen Anstrich nun wesentlich plastischer und realistischer.

Auch inhaltlich - diesmal wurde ein Fantasy-Szenario gewählt - gibt es nun mehr Abwechslung in der Handlung. Doch wie bei allen DoFantasy-Produktionen bewegt sich auch dieser Comic auf dem gleichen gewalttätigen Niveau. Folter, Vergewaltigung, harte BDSM-Szenen,… Borstel bleibt dem geneigten Leser nichts schuldig.

Die futuristische Geschichte Fantadox World (2007) wurde ebenfalls in Farbe produziert und ist die wohl ansprechendste Arbeit Borstels für DoFantasy.

Hierbei fällt auf, das für bestimmte Charaktere und/oder bestimmte Posen offensichtlich Fotos als Vorlagen verwendet wurden.

Der Comic erinnert in Sachen Szenerien und Layout an die Arbeiten von Coq bzw. Pitek und Josep de Haro. Gerade bei den lust- oder schmerzverzerrten Gesichter lassen sich Paralellen zwischen Borstel und Coq/Pitek erkennen.

Zwischen den beiden farbigen Alben wurde noch das Album Iron Cross (2007) veröffentlicht. Diesmal unter dem Namen Borstelmann. Dieser Comic ist wieder in schwarz-weiß produziert und zeigt inhaltlich die typische DoFantasy-Kost: perverse Naziexperimente an Frauen, eine gehörige Portion männlich-grausamer Monstermasse, eine allein operierende Agentin (Prinzip Hoffnung) die die Machenschaften der Schergen vereiteln will, jedoch gefangen genommen wird und somit ebenfalls in die gewaltvollen Experimente eingebunden wird. Am Ende natürlich ohne Happy End für die weiblichen Protagonisten; wie in (fast) allen DoFantasy-Produktionen üblich.
Die Produktion "Iron Cross" zeigt einen gereifteren, um Details verbesserten Schwarz-weiß-Zeichenstil.

Wer die "sehr dunklen" Seiten der Hardcore-Comic-Ausflüge des Marc Borstel erleben will, braucht eine hohe Toleranzgrenze. Die DoFantasy Produktionen als "unterhaltsam" zu bezeichnen, wäre wohl etwas fehl am Platz. Andererseits mag es durchaus einmal interessant sein, sich in den dunkleren Gassen des erotischen Comic-Genres umzusehen. Sie sollten jedoch nicht zum ständigen Aufenthaltsort werden.

Für Borstel war es sicherlich gutes Geld und eine interessante Veröffentlichungsplattform in seiner Anfangszeit als Comickünstler.

Der Argentinier hat einen modernen und variantenreichen Stil entwickelt, der technisch im Bereich Anatomie und Perspektiven ohne Tadel ist. Zudem lässt er sich genügend Freiraum für optische und künstlerische Experimente.

Nach seinen Hardcorecomic-Abenteuern bei DoFantasy gestaltete er zusammen mit Autor Jay Carvajal die kleine Graphic-Novel-Reihe Misadventures Of Clark & Jefferson für Ape Entertainment. Das gleiche Team war zudem verantwortlich für die Kurzserien ONE (Season 1 und 2) und Zero Hunters bei Cinemacomics. Für den Comic "The Outer Space Men" (2008) war Borstel als Kolorist und Letterer tätig.

Borstel arbeitete 2009 mit seiner Frau Viviana Andrea Martinez an dem Web-Comic Tessyleia 2.0, der sich optisch und inhaltlich an Klassikern wie "Appleseed Ex Machina" oder "Metal Gear Solid" orientiert. In diesem Projekt - das für den Zuda-Wettbewerb entwickelt wurde - experimentierte das Künstler-Duo mit computergenerierten Figuren und Design-Elementen. Das Ergebnis ist dabei zwar technisch und optisch anspruchsvoll, aber wie viele andere 3D-(Web)-Comics auch recht kühl und steif in seiner Anmutung.

2011/2012 entstand mit dem Autor Raphael Moran die vierteilige Miniserie Dream Reavers. Die Zeichnungen steuerte Marc Borstel sowie die Kollegen Atul Bakshi und David Hedmark bei. (1) Im Jahr darauf arbeitete Borstel mit den gleichen Autor am Comicband "Technomancer" #1. Der rund 128 Seiten starke Band erschien 2013 bei Markosia Enterprises.

Im selben Jahr war das Team Raphael Moran (Autor) und Marc Borstel (als Kolorist), mit Et Watson (Tusche) und Atul Bakshi (Vorzeichnungen) wieder gemeinsam aktiv um die Miniserie Flee für Arcana Studio zu gestalten.

Technisch hat sich Borstel von seinen "DoFantasy-Anfängen" ausgehend im Vergleich mit jüngeren Produktionen erheblich gesteigert. Seine farbigen Produktionen sind von ordentlicher Qualität und genügen höchsten Anforderungen. Sein Stil ist zwar variabel, hat sich jedoch typische Eigenheiten bewahrt und ist mit einem geschulten Auge durchaus wiedererkennbar.

Im Gegensatz zu seinen älteren Produktionen hat sich Borstels Technik mehr zu einem "3D-computergenerierten-Look" entwickelt. Dieser besitzt durchaus seine reizvollen Momente hinsichtlich optischer Güte und vorberechneter Anatomie der Figuren, lässt jedoch die Charaktere oftmals etwas künstlich, "steif" und stereotyp wirken. Dann vermisst man unter Umständen den etwas rauen, skizzenhaften Comicstrich der Anfangsjahre.

erotische Veröffentlichungen (Auswahl/Selection):
- The island of the damned (DoFantasy #41)
- Slave Tales (DoFantasy #52)
- Lady in Chains (DoFantasy #102)
- Iron Cross (als Borstelmann, DoFantasy # 113)
- Fansadox World (DoFantasy #134)

weitere Veröffentlichungen (Auswahl/Selection):
- Ork Lycantrophis #1 (Cinemacomics) auch als ecomic erhältlich
- One Season 1 and 2 (Cinemacomics)
- Zero Hunters 1-4 (2006, Cinemacomics)
- The last Warring Angel (Cinemacomics)
- Lady Death # 27 (2010, Avatar Press) mit Autor Mike Wolfer
- The Misadventures of Clark & Jefferson (2007, Ape Entertainment)
- The Misadventures of Clark & Jefferson: Hairy Things (2009, Ape Entertainment)
- The Oz/Wonderland Chronicles: Jack & Cat Tales (2009, Buymetoys.Com)
- Dream Reavers 1-4 (2011/2012, Ape Entertainment)
- Technomancer (2013, Markosia Enterprises)

Links:
- Marc Borstel Studios Blog
- Deviantart Seite
- Tessyleia
- Twitter Account
- Cinemacomics
- Technomancer
- Facebook Technomancer

Quelle/Source:
(1) comixtribe.com

This translation is unedited!

 

Marc Borstel

 

Marcelo Borstelmann comes from Argentina, currently lives in Mar del Plata (Buenos Aires) (1) and works as a freelance cartoonist, colorist and illustrator.

 

Between 2001 and 2007, Borstel drew some pornographic comic strip stories for DoFantasy in album length, which followed the same violent tenor of the label in terms of content. The DoFantasy albums are mostly only distributed as pdf-files via internet.

 

After some of his smaller works have already been published by DoFantasy, the album The island of the damed, produced in black and white, was released in 2004 and shows a typical ("DoFantasy") scenario of dictatorial oppressors, as well as a prison island with murderers and rapists, on which a group of young women involuntarily end up. The stranded "commodity" is brought immediately to the local slave market and with the usual "familiarization methods" into the new role as sex slave.

 

The following album Slave Tales (2005) - also produced in black and white - hits a similar horn as its predecessor. This time the secret slave market is located in a big city and the comic strip illustrates in countless scenes the "familiarization process" of new slaves.

 

Lady in Chains (2006) is the first colour comic in album length by Borstel for DoFantasy. The elaborately produced pages were "beautified" with additional Photoshop effects and bring the previously unadorned black and white ink drawings to a more appealing level. The individual pictures and figures now appear much more vivid and realistic due to the colourful painting.

 

Also in terms of content - this time a fantasy scenario was chosen - there is now more variety in the plot. But as with all DoFantasy productions, this comic strip is on the same violent level. Torture, rape, harsh BDSM scenes,... Borstel doesn't owe the reader anything.

 

The futuristic story Fantadox World (2007) was also produced in colour and is probably Borstel's most appealing work for DoFantasy.

It is noticeable that photos have obviously been used as templates for certain characters and/or poses.

 

The comic reminds us of the works of Coq, Pitek and Josep de Haro in terms of scenery and layout. Especially in the case of the lust- or pain-distorted faces, parallel lines between the bristles and the coq/pitek can be seen.

 

Between the two coloured albums the album Iron Cross (2007) was released. This time under the name Borstelmann. This comic strip is produced in black and white and shows the typical DoFantasy food: perverse Nazi experiments on women, a good portion of male and cruel monster mass, a single operating agent (principle of hope) who wants to thwart the minions' machinations, but is captured and thus also involved in the violent experiments. In the end, of course, without a happy ending for the female protagonists; as usual in (almost) all DoFantasy productions.

The production "Iron Cross" shows a more mature to details improved black-and-white drawing style.

 

If you want to experience the "very dark" sides of Marc Borstel's hardcore comic strips, you need a high tolerance limit. To call the DoFantasy productions "entertaining" would probably be a little out of place. On the other hand, it may be interesting to look around in the darker alleys of the erotic comic genre. However, they should not become permanent residences.

 

For Borstel it was certainly good money and an interesting publishing platform in his early days as a comic artist.

 

The Argentinean has developed a modern and varied style, which is technically blameless in anatomy and perspectives. In addition, it leaves enough space for visual and artistic experiments.

 

After his hardcore comic adventures at DoFantasy, he worked with author Jay Carvajal to create the small graphic novel series Misadventures Of Clark & Jefferson for Ape Entertainment. The same team was also responsible for the short series ONE (Season 1 and 2) and Zero Hunters at Cinemacomics. For the comic "The Outer Space Men" (2008) Borstel worked as colorist and letterer.

 

In 2009, Borstel worked with his wife Viviana Andrea Martinez on the web comic Tessyleia 2.0, which is visually and content-wise oriented towards classics such as "Appleseed Ex Machina" or "Metal Gear Solid". In this project - which was developed for the Zuda competition - the artist duo experimented with computer-generated figures and design elements. The result is technically and optically demanding, but like many other 3D (web) comics, it is quite cool and stiff in its appearance.

 

2011/2012 saw the creation of the four-part mini-series Dream Reavers with the author Raphael Moran. Marc Borstel and colleagues Atul Bakshi and David Hedmark contributed the drawings. (1) The following year, Borstel worked with the same author on the comic book "Technomancer" #1, a 128-page volume published by Markosia Enterprises in 2013.

 

In the same year, the team of Raphael Moran (author) and Marc Borstel (as a colorist), together with Et Watson (ink) and Atul Bakshi (preliminary drawings) was once again active in designing the miniseries Flee for Arcana Studio.

 

From a technical point of view, Borstel has considerably increased from his "DoFantasy beginnings" in comparison with recent productions. His colourful productions are of decent quality and satisfy the highest demands. His style is variable, but has retained its typical characteristics and can be recognized with a trained eye.

 

In contrast to his older productions, Borstel's technique has developed more into a "3D computer-generated look". He certainly possesses his charming moments with regard to optical quality and precalculated anatomy of the figures, but often makes the characters appear somewhat artificial,"stiff" and stereotypical. Then you might miss the rough, sketchy comic strip of the early years.

Lady in Chains
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