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Salamon Grundig

 

Der argentinische Künstler heißt mit bürgerlichen Namen Carlos Pedrazzini. Sein Pseudonym hat nichts mit dem deutschen Unternehmen gemein.

 

Seine Biographie ist als Geschichte recht interessant, obwohl wenig über den Künstler im Internet zu finden ist. Pedrazzini ist einer der vielen fleißigen Zeichner, die es nicht geschafft haben, eigenen Ruhm und Bekanntheit im Medium Comic zu erlangen. Wo große Namen, wie Ernestro Garcia Seijas (geboren 1941 in Argentinien) glänzen konnten, blieb Pedrazzini meist im Hintergrund.

 

Obwohl Pedrazzini bereits seit den 1970ern als Zeichner und Cartoonist aktiv ist, hat er meist nur für andere Künstler/Autoren und da überwiegend als Gastzeichner für verschiedene Publikationen und Serien gearbeitet.

 

Dabei war verlangt, in ähnlichen Zeichenstilen wie die "großen Meister" zu arbeiten, um innerhalb einer Comicserie ein gleichbleibendes Design zu bewahren. So "angepasst", war es sicher schwer für Pedrazzini eine eigene zeichnerische Identität zu entwickeln.

 

Konnten Hauptzeichner von Comicserien (Abenteuer-, Liebes-, Western-Serien,...) das Abgabepensum nicht einhalten, waren Zeichner wie Pedrazzini gefragt. Zweifellos hätten viele der bekannt gewordenen "Stars" nicht glänzen können, wenn es nicht eine Schar von unermüdlichen "Arbeitern" geben würde, die durch ihren ruhmlosen Einsatz eine lukrative Comicserie am Laufen halten. Doch vor den kritischen Augen der Fans haben diese Auftragszeichner meist einen schweren Stand; erreichen die Gastzeichner meist nicht die Klasse des Hauptzeichners.

 

Beispiel: Um die Nachfrage der populären Serie Dago von Alberto Salinas (Autor war Robin Wood) zu befriedigen, wurden "Gastzeichner/-tuscher" - unter anderem auch Pedrazzini - engagiert. Diese fanden aber nur bedingt Anklang bei den Fans.

 

Um aus diesen Schatten ein wenig auszubrechen, schob Pedrazzini auch andere Arbeiten dazwischen, wie zum Beispiel die Auftragsarbeit Robin Annual 2 - "Looking Sharp".

 

Mittlerweile ist es recht still um den Zeichner geworden.

 

Für seine drei Alben "Viol d'un couple" (Vergewaltigung eines Paares) verdient Grundig jedoch die wohlverdiente Ehre als Zeichner erotischer Comic gelistet zu werden.

 

Grundigs/Pedrazzinis Zeichenstil ist - wie schon angesprochen - geprägt aus den argentinisch/italienischen "Fumetti-Zeiten".

Seine Geschichte, um ein junges Paar, das in die Fänge einer Orgien feiernden High-Society-Swinger-Gesellschaft gerät und zum Schluß tragisch endet, ist sehr bodenständig und in ihrer Erzählweise traurig und anrührend. Die Fans von saftigen Sexeinlagen werden aber keineswegs enttäuscht. Oftmals sind seine Sexgeschichten rauh und gewalttätig, aber Pedrazzini vergißt nie die "Etikette" und seine weiblichen Protagonisten werden nicht - wie bei einigen heutigen Künstlern - behandelt wie ein Stück Fleisch zum Sado/Maso-Ausverkauf.

 

Fand er bei den in Serie produzierten Fumetti-"Schundheftchen" vielleicht keine Anerkennung und stand zu oft im Schatten großer Zeichner-Namen, so kann Pedrazzini zumindest als Salomon Grundig etwas Ruhm in den Erotik-Comic-Annalen für sich beanspruchen. Er hat es verdient.

 

Arbeitete an Serien wie:
Dago, Skorpio, Lanciostory, Mandy Riley, Helena,...

 

Veröffentlichungen als Salomon Grundig (Auswahl):
- Viol d'un couple (A ruined relationship) Band 1 ( veröffentlicht 1991, CAP), 2 (1993, CAP) und 3 (1995, CAP/ mit einem Cover von Hopper)
- Malena 1 und 2
- La Tsarine noire (The black Czarina) (2000, IPM/Bédé Adult)

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