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Diego Greco

Beim jungen argentinischen Künstler Diego Greco bereits von "Jugendsünden" zu sprechen, ist wohl etwas zu weit hergeholt. Doch der äußerst talentierte Comickünstler und Illustrator war zwischen 2004 und 2006 fester Bestandteil bei La Cupulas - leider eingestellten - Erotikcomic-Magazin Kiss Comix (27 Beiträge, davon zehn in Farbe), sowie seinem englischen Ableger French Kiss (neun Beiträge).

Eine mehrteilige Kurzgeschichten-Reihe mit dem quirligen Charakter "Charly Moja" war dann um 2006 die letzte Arbeit die Greco zusammen mit Autor Alejo García Valdearena (Jahrgang 1975, geboren in Buenos Aires) - alias Erdosain - und Tuscher Gonzalo Facio Gonza, für das spanische Muttermagazin kreierte.

Das "Dream-Trio" schaffte in den Jahren knapp 200 Seiten voller behutsamer, aber leidenschaftlicher Erotik, die inhaltlich recht bodenständige Geschichten erzählen und ihren Reiz aus den alltäglichen Lebenssituationen zieht. Dabei wird es äußerst selten klischeehaft oder gar sexistisch.

Erdosain schrieb intelligente Kurzgeschichten die hauptsächlich von Familien, Partner- und Freundschaften handeln und unter anderem von menschlicher Tragik, unerfüllter Liebe oder Sehnsucht erzählen. Jedoch nicht ohne einen gewissen Schuss Witz zu vergessen.
Gerade bei den letzten Arbeiten um den Charakter Charly Moja wurden der Humor und cartoonische Absurditäten in den Vordergrund gehoben.

Diego Greco und Tuscher Gonzalo Facio Gonza haben mit ihrem Talent und Können blitzsaubere Comicseiten erschaffen, die ohne optische Mängel oder anatomische Fehler aufwarten. Die Charaktere wurden zwar - ähnlich wie es Atilio Gambedotti in seinen Geschichten macht - äußerlich gleich gestaltet und für verschiedene Geschichten mehrmals verwendet, aber das tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch.
Grecos Zeichenstil ist wiedererkennbar und die einzelnen Bilder haben die Anmutung - wie auch bei Gambedotti - von Standbildern eines Zeichentrickfilms zu stammen. Der Zeichenstrich ist sehr linear, ohne Schraffurtechnik oder Schwarzflächen. Struktur wurde allein durch das - hervorragende - Coloring geschaffen; das im schwarz-weiß Druck stark verflacht und leider zu oft in den Magazinen aus Kostengründen verwendet wurde.

Unverständlich ist jedoch, das eine Zusammenfassung dieser hervorragenden erotischen Kurzgeschichten in Albenform bis heute aussteht. Nicht einmal La Cupula hat es geschafft ein Album mit den Arbeiten dieses Dream-Trios aufzulegen.

Seit 2006 hat sich Greco komplett von den Erotik-Comic verabschiedet, was sicherlich auch damit zu tun hat, das man als Comickünstler den ein oder anderen Euro verdienen möchte. Eine gewisse Leidenschaft für erotische Bilder hat sich der versierte Künstler aber dennoch bewahrt.

Bemerkenswert sind seine verschiedenen "kommerziellen" (Comic-)Projekte, wie zum Beispiel - zusammen mit Autor Joe Kelly - die Comicreihe Bad Dog für Image Comic. Zudem arbeitete Greco für das Magazin Comic.ar, sowie mit dem Webportal 4secundoscomics zusammen. Auf letzteren entstand dabei unter anderem der kleine Webcomic Alienigena (Alien).

Nicht unerwähnt bleiben sollte der Comic Domestico, den Greco gemeinsam mit Autor Sebastián De Caro und Colorist Catriel Tallarico gestaltete.

Neben den reinen Comicarbeiten ist Greco zudem ein verdammt guter Illustrator. Einige Beispiele und weitere Infos (auf spanisch*) findet man in seinem Blog.

Eine Würdigung seiner erotischen Arbeiten findet sich unter anderem im Jahresband Best Erotic Comics 2009 von Greta Christina.

Veröffentlichungen von Kurzgeschichten im Kiss Comix Magazin (Auswahl):
La nueva vida de Clara, Paco y Paco: Fontaneros, Las Senoras de gafas de sol, El botoncito, Todo el mundo tiene, Amigos, La colección, Comentarios, Roles, Depredado, El aprendiz, Trio, ... Charly Moja, Alma gemela (letzter Beitrag, Ausgabe 178)

Links:
- Der (veraltete) Blog von Diego Greco
- X-Arte escuela
- X-arte blog

* Tipp: gute Ergebnisse, die sich auch vernünftig lesen lassen, bekommt man bei google-Übersetzungen, wenn man die Seiten oder Texte ins Englische übersetzt. Der Weg nicht lesbare Texte (Ausnahme: englisch ;-)) ins Deutsche übersetzen zu lassen, führt fast immer zu einem unleserlichen Jibberish.

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