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Mancini

 

Ein hervorragendes künstlerisches Gesamtwerk wurde unter dem Pseudonym Mancini geschaffen. Wem der Name nichts sagt: Mancini - geboren am 28. September 1931 in Nizza - arbeitete auch unter dem bekannten Pseudonym W.G. Colber.
Hinter beiden Pseudonymen steckt Robert Hugues.

 

Wer sich mit erotischer Comic-Literatur beschäftigt, stolpert zwangsäufig über die Arbeiten Hugues.

 

Obwohl hinter Colber und Mancini die selbe Person sitzt, unterscheiden sich die Zeichenstile doch "deutlich". Das hat Hugues auch so beabsichtigt.

 

W. G. Colbers Stil entspricht am ehesten dem von G. Levis; Mancini Stil erinnert an Manara.

 

Als Mancini verwendet Hugues einen klaren Tuschefeder-Strich. Sehr klassisch, mit Schraffurtexturen für Schatten und Grauton-Abstufungen.

 

Sein Stil ist unter moderner Betrachtungsweise vielleicht ein wenig altmodisch geworden, doch Mancinis klassischem Strich kommt meist eine gelungene und reizvolle Geschichte "zu Hilfe". Inhaltlich (Stichwort: Rahmenhandlung) bleibt er dem Leser gewiss nichts schuldig. So verfügen seine unterhaltsamen Comicalben in ihrer Gesamtheit aus Geschichte und Optik einen "höchst erregenden, antiquierten Charme".
Die Sexszenen-Rate pro Seitenanzahl ist - für einen erotische Comic wohl auch angemessen -
durchaus hoch. Mancini wird dabei in der Darstellung überaus deutlich und schreckte auch vor "kritischen" Themen (erwachende sexuelle Neugier von Jugendlichen, Sodomie,...) nicht zurück. Dabei ist er jedoch selten brutal oder herabwürdigend.

 

Eine der "besten" Mancini-Veröffentlichung ist wohl die Serie Ninon (in anderen Übersetzungen auch Nina genannt). Die sexuellen Abenteuer der kleinen Ninon mit einem perversen Grafen und seine Gespielin, sind kurzweilig und anregend in Szene gesetzt. Wie bei vielen europäischen Erotik-Comic aus der Zeit spielt auch hier das S&M-Thema eine zentrale Rolle.

 

Beim Album "Die drei Musketiere" kann man sich schon denken um was für eine Fassung es sich handelt. Hier erleben die französischen Helden amouröse Abenteuer, wie sie Alexandre Dumas wohl "vergessen" hat zu erzählen. Ein zweiter Teil wurde leider nur im Magazin Bédé Adult und nicht gesammelt als Album veröffentlicht.

 

Eine weitere gute Serie ist Célia. Darin sind junge hübsche Mädchen bei unschuldigem Sex und lesbischen Liebesspiel zu beobachten. So auch in der Reihe Línstitution Maria-Magdalena. Wollüstige Internatsphantasien mit jungen, willigen Schülerinnen und recht menschlichen Nonnen und klerikalen Würdenträgern.

 

2010 sind zwei neue Alben von Mancini in Frankreich veröffentlicht worden. La reine Margot beinhaltet älteres Material, das aber nie als Album publiziert worden ist. Le calvaire de Diana wiederum ist ein vollständig neues Abenteuer, das sozusagen "aus Spaß an der Freude" im "Rentenalltag" Hugues entstand.

 

Zensurbericht: In der deutschen Ausgabe von "Ninon 2" hat der holländische Verlag zwei Seiten entfernt. Hierbei handelt es sich um eine eher harmlose Szene mit einem Hund. Als Ninon von dem herrschaftlichen Ehepaar im Wald an einen Baum gefesselt wird, kommt ein streunender Hund angelaufen und beschnuppert die hilflose Ninon. Mehr passiert im Grunde eigentlich nicht. Mancini hält sich hier bewusst mit allzu deutlichen Bildern zurück.

 

französische Veröffentlichungen (Auswahl):
- Ninon (Teil 1 und 2, 1992-1994)
- L´institution Maria Magdalena (Teil 1 bis 3, 1989-1991)
- Celia 15 ans (Teil 1 bis 4, 1989-1993)
- Les trois Mousquetaires (Die drei Musketiere) (1990)

- La reine Margot (2010)

- Le calvaire de Diana (2010)

 

Links:

- Eine gute Bibliografie von Hugues und ein Interview (auf französisch). Das selbe Interview an anderer Stelle, mit weiteren Bildern. Webarchives
- französischer
Wikipedia-Eintrag

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