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Lucques

Der Autodidakt Luc Nisset-Raidon wurde am 4. Juli 1949 geboren und debütierte im Alter von 20 Jahren mit Arbeiten für das französische Lui Magazin. Dabei verwendete er bereits das Pseudonym Lucques. Für die Zeitschrift Pilote zeichnete Raidon in den Jahren 1970 bis 1972 mehrere Beiträge, unter anderem "les Lucquarnes". Für Privé entstand "Le petit enlucqué" (bei Kesselring erschienen). Ende 1974 gestaltete er mit weiteren Comic-Künstlern das kurzlebige Magazin Mormoil, das nur ein Jahr existierte (1975). In den Jahren 1974 bis 1982 zeichnete Lucques für das Magazin L´Écho des savanes mehrere Beiträge, darunter "Goldorette".

Für Fluide Glacial arbeitete er in den Jahren 1976 bis 1980. Dabei zeichnete er an Alben und Serien wie "Wilbur ou l´indocile heureux" und "Clitounet et Clitounette", sowie an dem Relaunch der Serie "Freudaines" die bereits Jahre zuvor im Magazin Mormoil erschien.

In Eigenregie veröffentlichte Lucques "les Fadas du zizi" (1981) und später "les Dragueurs" (1982).

Mitte der 1980er Jahre verließ er für einige Jahre seine Heimat Frankreich, zog in die Karibik und nach seiner Rückkehr im Jahre 1986 entstanden die Alben Ralentir, zone érogène (1987, Sammlung von Beiträgen aus älteren Veröffentlichungen in Magazinen wie Lui, Playboy, Oui, Privé oder Men only), sowie der zweite Teil Fadas du zizi (1989) für Glénat. Ein Sammelband von "Fadas du zizi" erschien 1990 bei J´ai Lu.

Danach zog er nach Miami, Florida (USA) und beendete seine Kontakte zu seinen europäischen Verlegern.
Dort illustrierte er unter anderem mehrere französische und spanische Sprachführer (für NTC Publishing (1995-2011) und McGraw-Hill (2002-2011)) und arbeitete für lokale Magazine und Zeitungen.

Seine erotischen Arbeiten waren nie sonderlich vulgär oder obszön und geprägt durch eine genaue, fast liebevolle Illustrierung leidenschaftlicher Beziehungen zwischen Männer und Frauen.

Zudem unterstützte er mit Humor und Charme die Szenarien seiner gezeichneten Geschichten; wie bei den Titeln "les Fadas du zizi" oder "Goldorette" gut zu beobachten.

Sein Pinselstrich ist sehr klar, einfach und präzise. Dabei ist sein Repertoire an Stil-Variationen durchaus vielfältig und wandlungsreich. Je nach Projekt verwendete er mal mehr, mal weniger Striche für Figuren, Schattierungen und Hintergründe; oder bleibt bei den eher humoristischen Beiträgen wie einer Karikatur oder einem Cartoon auch mal sehr schlicht und einfach im Strich.
Seine Charaktere waren meist schlanke hochgewachsene Semi-Funny-Figuren, die wie in "Les fadas du zizi" oder "Les Dragueurs" bereits im Titel sehr dynamisch und/oder "humoresk" agieren.

Sein größtes (erotisches Comic-)Vermächtnis ist sicherlich l´Encyclopédie Aphrodisiaque. Ein über dreihundert Seiten starkes Sammelwerk das verteilt auf zwei Ausgaben zuerst bei Erotic Bizness veröffentlicht wurde (1982/1983, unter dem Pseudonym Ian Galix) und um 1987/1988 von Glénat für seine Kollektion Marquis neu aufgelegt wurde. Eine spanische Fassung erschien in den folgenden Jahren bei Èditiones La Cúpula unter deren Alben-Label Coleccion X.

Die "l´Encyclopédie Aphrodisiaque" ist eine Zusammenstellung von unterschiedlichen Kurzgeschichten und Einzelbeiträgen die in verschiedenen Zeichen- und Comicstilen verfasst wurden und Cartoons, Karikaturen, Funny- und Semi-Funny-Comics, sowie realistisch gezeichnete Beiträge beinhalten. Selbst die Cartoons oder Comics unterscheiden sich noch einmal was Zeichenstrich und Layout angeht. Zudem werden einige Kurzgeschichten inhaltlich wie auch optisch sehr surrealistisch und krotesk erzählt.

Erotische und nichterotische Veröffentlichungen (Auswahl):
- Le petit enlucqué (Kesselring, 1973) Illustrationen
- Tombeur de haut (Les Editions du Fromage, 1978)
- Wilbur ou l´indocile heureux (Audie, 1979)
- Clitounet et Clitounette (Éditions du Cygne, 1980)
- Goldorette (Les Editions du Fromage, 1980)
- Goldorette contre Supercalin (Albin Michel, 1982)
- Freudaines Band 1und 2 (Éditions du Cygne, 1978/1981)
- Les fadas du zizi (Band 1: in Eigenregie, 1981; Band 2: Glénat, 1989; Sammelband: J´ai Lu 1990)
- Les Dragueurs (B. Diffusion, 1982)
- Encyclopédie Aphrodisiaque - Band 1und 2 (Erotic Bizness, 1982/1983)
- Je vous aime (t'as d'beaux yeux, t'sais, 1983)
- Ralentir: zone érogène (Glénat, 1987)
- Allez coucher, sales bêtes! (Dupuis, 1991), Sammelband mit mehreren Künstlern
- Sous le signe du verso (Audie, 2000) Sammelband mit mehreren Künstlern

Links:
- französischer Wikipedia-Eintrag
- Seine Arbeiten für französische Zeitschriften

Quellen:
- bedetheque.com
- lambiek.net

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