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Mozart Couto (Mozart Cunha do Couto)

Der brasilianische Künstler wurde am 27 März 1958 in Juiz de Fora (Region Minas Gerais) geboren und arbeitet hauptsächlich als freiberuflicher Zeichner im Bereich Comic und Illustration. Seine Bilder entstehen heute hauptsächlich am Computer. Dabei arbeitet er vorwiegend mit freien Programmen wie GIMP oder MyPaint. Couto ist in der GIMP-Szene recht aktiv und teilt seine Erfahrungen auf Webseiten und in Videos (siehe Links unten).

Seine Karriere begann um 1978 als er für Grafipar unter der Führung von Claudio Seto an Katy Apache arbeitete. In den 1980er Jahren zeichnete Couto für verschiedene Science Fiction- und Fantasy-Serien und gestaltete Titelbilder für diverse Magazine.

Darunter waren Titel wie Hakan, einem "Conan"-Clon und Ubajara, dessen Geschichte von einen Indio-Krieger handelt, der sich in den alten Gefilden des brasilianischen Regenwalds bewegt. "Ubajara" thematisiert mit kritischen Blick unter anderem den Werte-Wandel, sowie den Kultur- und Traditionsverfall in Brasilien. Diese Themen griff Couto später wieder (1999) im Album "Crônicas da Província" auf.

1982 entstand mit Franco De Rosa der Comic "Zamor", der bei Estúdio Bio de Pena produziert wurde. Für Press Editorial zeichnete er mehrere Horrortitel wie "Superficção", "Ambrak" und "HellDorado". Zudem arbeitete er regelmäßig für Rodolfo Zalla´s Magazin Calafrio. Für den heimischen Markt entstanden 1986 bei Press Editorial zwei "Conan"-Plagiat-Ausgaben mit dem Titel "Brakan".

Zur selben Zeit - in den 1980ern - begann Couto auch für den europäischen Markt zu produzieren. Seine Agentur vermittelte ihm unter anderem Aufträge für die belgische Cartoon-Serie "Tambo" (Comic Productions). (1)

Für die amerikanischen Verlage Valiant und Dark Horse zeichnete Couto in den 1990er Jahren unter anderem an den Serien "Turok" und "Gamera", und später an "Star Wars: Republic".

Couto hat zusehends seinen beruflichen Schwerpunkt auf Illustrationen verlegt und produziert für Magazine und Bücher, zeichnet Titelcover, gestaltet CD Hüllen und entwickelt sogar (Comic-)Charaktere für verschiedene Publikationen.

Er erhielt den Tortoise Award in der Kategorie Bestes Buch in den Jahren 1999 und 2000, sowie die Auszeichnung "sehr zu empfehlen" der Fundação Nacional do Livro Infantil e Infanto für das Kinderbuch "A Carta de Pero Vaz de Caminha".

Mozart Couto engagiert sich darüber hinaus für die Weiterbildung angehender Zeichner und illustrierte verschiedene Lehrbücher wie zum Beispiel Desenhando Arte Fantástica, Desenhando Arte Fantástica: Guerreiras, Curso Básico de desenho (1), sowie Técnicas de mangá, erschienen bei Criativo Mercado Editorial. 2013 entstand zusammen mit Autor Ataide Braz ein weiteres Manga-Lehrbuch Velozes e Vorazes, für das Couto die Illustrationen lieferte. Das Schulungsbuch erschien bei Studio Free unter der Federführung von Franco de Rosa (Editorial Kalaco). Des Weiteren steuerte Couto ein paar Seiten für die Serie "Zumbis e Outras Criaturas das Trevas" bei - ebenfalls für Editorial Kalaco.

Die Erotik-Comic Vergangenheit von Mozart Couto wird in fast allen Biografien die man im Web finden kann ausgeblendet. Sogar bei lambiek.net ist darüber wenig zu lesen.

Seine erotischen Comic wurden überwiegend in den Jahren 1986 bis 1990 produziert; meist unter dem Pseudonym Tadeus Liszt, wobei einige Alben auch unter Mozart Couto liefen. Die Hardcovers beinhalten in sich abgeschlossene Kurzgeschichten, die teilweise auch nach Themen zusammengestellt wurden.

Im französischen Magazin Bédé Adult wurden drei Beiträge von Liszt abgedruckt: "Plaisir Mortel" (#120), "La pluie" (#121) und "Un couple parfait" (#122). (2)

Die meisten seine erotischen Veröffentlichungen haben jedoch ein "Größen"-Problem. Seine Comicseiten wurden für ein kleineres "Taschenbuch"-Format produziert (zirka 15 x 21 cm), ähnlich den europäischen Fumetti, die höchstens ein bis drei Bilder pro Seite aufweisen. Da ein europäisches Comic-Album vom Format her wesentlich größer ist (um die 23 x 30 cm), mussten die Orginalseiten vergrößert platziert werden.
Darüber hinaus ist ein Album - im Vergleich zu einer meist dickeren Paperback(Taschenbuch)-Ausgabe - dünner und mit rund 44 bis 48 Seiten Umfang recht schnell durchgelesen, wenn pro Seite nur ein paar Einzelbilder (= Panels) stehen.
Warum die "gängige" Praxis (wie zum Beispiel bei CAP bzw. IPM oftmals üblich) die kleinformatig angelegten Seiten neu zusammenzuschneiden - sprich zwei bis vier Originalseiten auf eine größere Albumseite zusammenzuziehen - bei den Comic von Liszt bzw. Couto nicht stattfand ist ungewöhnlich.

Zur oben erwähnten vergrößerten Reproduktion der Originalseiten summieren sich als weiterer Kritikpunkt, die größtenteils zwar recht ansehnlichen, aber flüchtig und skizzenhaft wirkenden Zeichnungen. Selbst zwischen den einzelnen Alben sind Unterschiede in Qualität und Zeichenstil bemerkbar.

Einzig Jenseits bzw. L´Au-delà fällt aus diesem Rahmen. Was nicht weiter verwundert, da "L´Au-delà" auch nicht als rein erotisches Album konzipiert worden ist, sondern sich eher als Science Fiction Parodie versteht, die sich auf den Spuren der großen Sagas eines Moebius oder Casa bewegt - was sich auch im detailreicheren Zeichenstil widerspiegelt.

Die erotischen Comics von Tadeus Liszt sind - trotz aller Kritik - durchaus kurzweilig zu lesen. Einige Kurzgeschichten kommen ohne Text bzw. Sprechblasen aus und verfügen somit über keine Sprachbarrieren. Diese sind inhaltlich dann aber auch meist die oberflächlicheren Beiträge eines Albums.

Das großformatige Albenformat war jedoch für die kleinformatig angelegten Orginalseiten die falsche Wahl der Veröffentlichung. Einzig die wunderschönen farbigen Titelbilder der Alben entschädigen ein wenig für den unausgegorenen Inhalt.

Das der Mann fähig ist auch aufwendigere Seiten zu gestalten, zeigt er eindrucksvoll in seinen (späteren) kommerziellen (Comic-)Arbeiten.

Der Ausflug in das erotische Genre war für Mozart Couto - in der "Blütezeit des erotischen Comic" - eine nette Dreingabe. Vielleicht ein wenig zu flüchtig und zeitsparend produziert.

französische erotische Veröffentlichungen (Auswahl):
- L´Au-delà - Sous la peau du temps (1990, Loempia/Collection Himalaya)
- Willah (1989, MagicStrip) - als Mozart Couto
- Premières leçons (MagicStrip)
- Passions Torrides (1980, Bédé Adult/CAP)

Weitere französische Veröffentlichungen (Auswahl):
- L'Aigle et le serpent (1989, MagicStrip) mit Olendino Mendes
- Le Voyageur (1989, MagicStrip)

deutsche erotische Veröffentlichungen (Auswahl):
- Das Raubtier (1990, Rofus Verlag)
- Spiele am Nachmittag (1990, Rofus Verlag)
- Strandspiele (1989, Rofus Verlag)
- Die Verführung (Rofus Verlag)
- Jenseits - 6-O-Droid (= L´Au-delà) (1990, Edition Kunst der Comics)

Weitere Veröffentlichungen (Auswahl):
- Turok: Dinosaur Hunter #29, 34, 35, 41-44 (Valiant Comic, 1995-1996)
- Turok: The Hunted #1-2 (Valiant Comic, 1996)
- Ninjak #25 (Valiant Comic, 1995)
- Gamera - The Guardian of the Universe 1-4 (Dark Horse Comic, 1996)
- Star Wars: Republic #51, 53 (Dark Horse Comic, 2003)

Links:
- portugiesische Wikipediaseite
- Account bei Vimeo
- YouTube Channel
- Portugiesischer Text
- Bildergallerie
- Blog

Quellen:
- Wikipedia
(1) Lambiek
(2) regdul

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