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Kevin Taylor

 

Bemerkenswert und unglaublich erotisch sind die Arbeiten des amerikanischen Künstlers Kevin Taylor. Der 1963 in Harlem, New York geborene Autor und Zeichner ist eines der führenden Talente der internationalen Erotik-Comic-Szene.

 

Sein immer wiederkehrender und markanter Haupt-Charakter ist Girl. Ein wildes, lateinamerikanisches Mädchen, das in Taylor Comics und Illustrationen bevorzugt auftaucht. Doch nicht nur Girl oder Jill sind in Taylors Geschichten wohlproportioniert. Auch seine männlichen Darsteller weisen einen erheblichen "Längenvorteil" gegenüber der "realen Welt" auf.


Auf die Frage angesprochen, warum die männlichen Penisse in seinen Comics so groß und lang sind, weiß Taylor zu antworten: "In den meisten SexComics werden Frauen mit großen Brüsten dargestellt, weil die Comics meist von Männern für Männer gemacht werden. Wenn man nun die Geschlechtsmerkmale der gezeichneten männlichen Charakter ebenfalls "vergrößert", wird man leicht in eine "schwule" Schublade gesteckt. Wenn Du Frauen zeichnest mit großen Attributen - Kein Problem für die Männer. Doch Männer, ohne sich das einzugestehen, sehen ebenfalls gerne lange und große Dinger..."

 

Taylors Comic - lang wie kurz - quellen förmlich über an Sex. Die Aufhängergeschichte drumherum ist dabei meist recht kurzweilig und in den "Girl"-Alben durchaus auch mal länger und komplexer. Doch eigentlich geht es nur um Sex, Sex und nochmals Sex. Und das überaus deutlich, heiß, verschwitzt, in allen Positionen und Lagen, "überschwenglich", und bis an den Rand der realen Möglichkeiten.

 

Einen kleinen "Schönheitsfehler" besitzen jedoch einige seiner Comicgeschichten. Alle männlichen Charaktere in Taylors Geschichten haben einen südamerikanischen Einschlag. Den "schönen" südländischen Superlovern mit ihren riesigen natürlich-gewachsenen "Dingern", stehen "häßliche" hellhäutige Protagonisten mit ihren künstlich aufgepumpten Schwänzen gegenüber. Ein unterschwelliger Rassismus?

Als Beispiel sei hier das Album "Jill - part time lover" zu nennen. In diesem sonst großartigen Album zeigt Taylor die erotischen Großstadt-Abenteuer der sexuell aufgeweckten Jill. Die ständig in Geldsorgen steckende junge Frau ist nur zu gerne bereit, hässliche "Whiteguys" gegen Bargeld zu "unterhalten"; potente hübsche Südamerikaner bekommen es bei Ihr umsonst. Wenn man hier von Rassismus sprechen will, dann ist er von Taylor als humoristisch, sarkastischer Scherz integriert worden. Der Geschichte selbst ist irgendein "-ismus" nicht anzumerken.

 

Neben etlichen Kurzgeschichten für diverse Magazine, ist Taylors längste Geschichte der Epos von "Girl". Girl, die Gastgeberin einer erotischen Abendunterhaltungsshow im Privatfernsehen, hat für ihren Erfolg ihre Seele dem Teufel verkauft. Als dieser seine Belohnung verlangt, kommen ihr ein paar Engel zu Hilfe. Doch das Böse gibt nicht auf und umgarnt Girls Schwester und Mutter...

 

Das Aussehen der Schwester ist dem Modell Noémie nachempfunden. Taylor hat von ihr bereits etliche Illustrationen angefertigt. Die schönsten sind unter anderem im Band "Body of Taylor" zu sehen.

 

Mittlerweile hat Taylor schon einen reichen Fundus an Veröffentlichungen vorzuweisen. Dabei schwankt seine zeichnerische Qualität zwischen recht schlechten Frühwerken und neueren "Spitzenleistungen". Selbst Taylor sieht dieses Problem und versucht in Neuauflagen, alte Sachen komplett neu zu überarbeiten.
Einen guten Einblick in Taylors vielfältige Comicarbeiten bieten die Kurzgeschichtenbände "Body Heat" Teil 1 und 2.

 

Taylor ist vor allem ein überaus begabter Illustrator und hat schon zahlreiche Magazin-Covers verschönert. Seine besten Illustrationen wurden in einigen Sammel-Alben, wie "Foreplay" oder "Body by Taylor" zusammengefasst. Seine farbigen Pin-ups sind nicht fotorealistisch, sondern verzaubern mit ihrem heißen, südamerikanischen, erotisierenden Charme.

Seine farbigen Illustrationen sind mit das Beste, was es derzeit in Sachen Erotik zu sehen gibt.

 

Das US-Magazin Sizzle bietet in unregelmäßigen Abständen Vorabveröffentlichungen von Taylors Arbeiten. Dabei tut sich jedoch der Verlag und Taylor selbst keinen großen Gefallen; wenn halbfertige Episonen, zum Beispiel von Girl, vorabgedruckt werden. Die Qualität der Zeichnungen steigt mit der weiteren Bearbeitung. Gerade die Coloration - die sicher zeitaufwendiger ist - steigern die optische Qualität der Comicseiten enorm. Dabei werden auch kleinere anatomische "Fehler" und skizzenhaftere Passagen besser aufgefangen.

 

Taylors Comicseiten und Cover-Illustrationen sind seit fast 20 Jahren - in unregelmäßigen Abständen - ein wichtiger Bestandteil des spanischen Kiss Comix Magazins. Natürlich schafften es diverse Übersetzungen auch in die Kiss-Ableger aus Frankreich (La Poudre aux rêves) und den USA (French Kiss).

 

Ein sehr guter Einstieg in die Welt von Kevin Taylor bietet seine ureigenste Website BlackLaceStudios.

 

Etliche Alben-Veröffentlichungen sind bei NBM Publishing/Eurotica zu erkunden.

 

Veröffentlichungen (Auswahl):

- Bedroom Bop

- Between The Lines

- Body Heat 1 und 2 (Kurzgeschichten-Sammlung)

- Body by Taylor (Illustrationen)

- Boy Blue and Marty

- Carmen's Cousins

- Fang (Heft 1-3)

- Fang Testament

- Foreplay (Illustrationen)

- Freak

- Girl (Album)

- Girl second Coming, Teil 1 bis 3 (Alben)

- Jill - Party Girl /Jill - Part Time Lover (Album)

- Part Of the Team

- Rule of Darkness

- Smoking in the boys room

- Team Zodiac

 

Weitere Links:

- Kevin Taylor offizielle (Bezahl)-Seite

- Kevin Taylors Blog
- Tumblr-Seite

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