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Larry Welz

reitet auf der Underground Comic Welle seit den späten 1960ern und erschuf in seinen Anfangsjahren satirische Sex- und Gewalt-Strips wie zum Beispiel "Captain Guts" (1969).

Der amerikanische Künstler wurde 1948 in Bakersfield, Kalifornien als Lawrence Welz geboren.

1969 arbeitete er für das Heft Yellow Dog; herausgegeben von Print Mint in Berkeley. Es zeichnete für San Francisco Comic Book (einem Inprint von Gary Arlington, der den ersten Comicladen in Amerika unterhielt), Funnybook, Bakersfield Kountry Komics und American Flyer Funnies. In diesen Anfängen entwickelte er bereits Ansätze für seine späteren Figuren, allen voran Cherry Poptart.

"In early 1970, Captain Guts, his first solo book came out. It sold really well so after three issues he immediately stopped doing it. Did a few other titles and Cherry Poptart appeared in Funny Book no.1, there was no #2. Ten years later, after having opened a sign shop, having a couple of children, getting a divorce, becoming a single Dad, starting carnival ride painting Cherry Poptart appeared in her own book. It started selling really well and the rest is history." (1)

1984 belebte er erneut seine Comic-Figur Cherry Poptart, die eine Parodie auf die Archie Comics darstellte und von Welz sogar im gleichen Stil und Layout inszeniert wurde. Er zeichnete die Reihe in einem gefälligen Underground-Cartoon-Stil, der sich recht locker und skizzenhaft präsentiert.

Wenn sich Archie, Betty, Veronica und Jughead noch familienfreundlich und unschuldig im Soda-Laden treffen, da verputzten - dem realen Leben vielleicht ein wenig näher - Cherry und ihre Mädels reihenweise Alkohol, Drogen und vor allem Männer. Aber auch Frauen, denn Cherry ist keine Kostverächterin.

Die Serie wurde recht schnell erfolgreich und Welz konnte im Nebenerwerb T-Shirts, Kleidung und Unterwäsche, Poster und Sticker verkaufen. Ausgabe 11 wurde sogar als 3D-Comic konzipiert.

Der erwachsene Inhalt machte die Serie recht schnell zum Ziel amerikanischer Sittenwächter. Ein Comicladen in Florida bekam Mitte der 1990er Jahre Schwierigkeiten, als dieser eine Ausgabe der "Cherry Anthology #1" an einen verdeckten Ermittler der Polizei verkaufte. Die Anklage wurde zwar später fallengelassen, doch der Schaden für Welz und den Comicladen war angerichtet.
Bereits 1986 musste Welz vor Gericht ziehen, denn Kellogg wollte nicht das seine Marke Pop-Tarts mit dem "schlüpfrigen" Comic verwechselt wurde. Von da an hieß die Serie (ab Ausgabe 3) nur noch Cherry.

Frech, ungestüm, anarchistisch und lustvoll präsentiert sich die blonde Cherry als das Mädchen von nebenan. Ihr unabhängiges Denken hat sie vermutlich von ihrer rassigen Mutter Pepper geerbt. Das Mutter-Tochter-Gespann sorgt für etliche gemeinsame Abenteuer innerhalb der Serie.
Obgleich der Hauptaufhänger jeder Geschichte im Grunde Sex ist, stellt die Serie dem Leser insgeheim die Frage wie eine Welt aussehen könnte, in der Sex nur Vergnügen bedeutet; ohne Furcht, Gewalt oder Gewissensbisse. Die Cherry-Comic bieten eine Phantasie-Welt im Einklang mit der "Make love"-Bewegung, in der Sex keine emotionalen Konsequenzen hat, ohne Furcht vor ansteckenden Krankheiten oder ungewollter Schwangerschaft.

"Cherry is eternally horny, as is every character in the series, including her mother, Pepper - a divorced MILF (Mom I'd Like to Fuck) - who often engages in threesomes with Cherry and a boyfriend. Other characters include Johnny Fuckerfaster, Ellie Dee, and the BDSM-loving Lola Palooza (Veronica to Cherry's Betty). But Cherry was always more than just a "fuck book," and it relied heavily on satire and parody, attacking everything from hypocritical morals of politicians and evangelists to parodies of Michael Jackson, The Wizard of Oz, Friday the 13th movies, Rambo, and Indiana Jones." (2)

Im Laufe der Reihe steckte Welz Cherry in eine Fülle von verrückten Szenerien. Ob auf einem Erotikfilm-Set, auf Zeitreise sich selbst begegnend, oder mit den Akte X-Akteuren auf der Suche nach außerirdischen Lebensformen. Letzteres Abenteuer ist sicherlich der Tatsache geschuldet, das Welz Ende der 1990er nach Roswell, New Mexico zog und dort einen Souvenirladen eröffnete.

"On one downtown sidewalk, green, two-toed footprints meander a half-block from Main Street to the Roswell Space Center, Larry and Sharon Welz's souvenir shop. One night in the summer of 1998, the Welzes loaded a ladder into a convertible and drove down Main Street, painting black alien eyes on street lamps. … They didn't give us permission," Larry says, "but they didn't really blame us for doing it, either." (3)

Innerhalb der Heftserie bzw. in den Ablegern ("Cherry´s Jubilee"/"Cherry Collection") gab es auch einige Gastbeiträge von Künstlerkollegen wie Mark Bodé, Nail Gaiman oder Larry Todd.

Cherry war auf mehreren Kampagnen der "free speech/censorship awareness" vertreten und hat auch den Comic Book Legal Defence Fund unterstützt (siehe Bild rechts). Und beide Institutionen sind auch heutzutage noch bitter nötig.

Denn wie Welz durch seine Figur erläutert: "Fuck ´em if they can´t take a joke!" (2)

Veröffentlichungen (Auswahl):
- Cherry Poptart (Last Gasp Comics, Kitchen Sink Press, Cherry Comic, 1982-2000) 22 Ausgaben
- Cherry´s Jubilee (Last Gasp, 1992-1994) Spin-off Serie
- Captain Guts (1969-1971) 3 Ausgaben
- Rip off Comix

Links:
- Cherrycomix Webseite (ab 18)
- englischer Wikipediaeintrag Larry Welz
- englischer Wikipediaeintrag Cherry
- Comic Book Legal Defence Fund
- Twittern mit Larry

Quellen:
(1) larrywelz.com/blog
(2) Erotic Comic 2 (Tim Pilcher)
(3) usatoday30.usatoday.com

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