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Barry Blair

wurde 1954 in Ottawa, Kanada geboren und von einer taiwanesischen Familie adoptiert als er neun Jahre alt war. Als die Familie zurück nach Asien zog und er zwischen Kanada, Taiwan, Hong Kong, Thailand, Kambodscha und Vietnam wechselte, war das für Blair ein prägender Kulturschock, denn die ständigen Ortswechsel beeinflusste seine weitere künstlerische Karriere immens. Das ging sogar soweit, das er unter dem Pseudonym Bao Lin Hum Zeichnungen veröffentlichte.

Einige seiner ersten Arbeiten waren Animationen für die Kinderserie "You Can´t Do That on Television" und der wissenschaftlichen Sendung "Let Me Prove it".

Um 1980 begann er bereits seine erschaffene Serie Elflord in Eigenregie zu publizieren. Die Comicreihe weist eindeutige Parallelen zur erfolgreichen Fantasy Serie "ElfQuest" von Richard und Wendy Pini auf.

Nach der Pleite seines damaligen Arbeitgebers Mitte der 1980er Jahre überredete Blair diesen die Firma als Aircel Comics (Aircel Publishing) neu zu gründen und ihn selbst als Verlagsdirektor einzusetzen. Die Rechnung ging auf. Aircel entwickelte sich zu einen überaus erfolgreichen Indie-Verlag mit Titel wie "Dragonring" (1986), "Elflord" (1986), "Kikusan", "Samurai" (1985) und "Warlock 5" (mit Denis Beauvais).

Weitere Titel von Aircel (Auswahl): "Adventurers", "Arthur Sex", "Blood N Guts", "Body Guard", "Chaser Platoon", "Darkewood", "Debbie Does Dallas", "Demon Hunter", "Dirty Pictures", "Dragonforce", "Erotic Tales", "Flesh Gordon", "Hardball", "Jungle Love", "Mara", "Rated X".
Einer der größten Erfolge von Aircel war wohl die Comicreihe "Men in Black", die die Basis für die noch erfolgreicheren Filme bildete.

Doch der Verlag überhob sich mit einigen Projekten und ersuchte 1988 den Malibu Comic Verlag (bzw. Eternity Comics) um finanzielle Unterstützung. Die Bedingung war, das die laufenden Aircel-Titel nicht eingestellt werden. Malibu schlug jedoch vor, auf die lukrative Schiene der erotischen Comics zu wechseln. Es entstanden Titel wie Leather & Lace (1989), Sapphire, Vampyre´s Kiss (1990) sowie Climaxxx (1991), die sich überaus gut verkauften und Blair ungewollt in dieses Sub-Genre drängten. "Leather & Lace", "Sapphire" und Vampyre´s Kiss" waren sexualisierte Fassungen seiner eigentlichen Serien "Elflord" und "Samurai". Mit diesen Titeln kam ein gewisser Erfolg, aber auch einige Probleme. Zu jener Zeit waren die fernöstlichen Manga und ihr Sub-Genre Hentai (H) mit ihrer ungewöhnlichen Bildsprache im Westen noch nicht weit verbreitet. Leser empfanden einige Protagonisten der Aircel-Serien als schlichtweg zu jung.

Blair wollte aussteigen und Malibu sah seine Gewinnzonen wegbrechen. Lustlos an den Erotik-Titel weiterarbeitend, schwand mehr und mehr der inhaltliche Gehalt aus den Titeln. Blair hatte genug und war ziemlich frustriert über die erotische Comic-Landschaft.

Er verließ im Jahr 1991 Aircel - der als Verlag noch bis 1994 durchhielt - und begann ein Jahr später für die "ElfQuest"-Reihe zu arbeiten. Er zeichnete unter anderem für die Ableger "New Blood" und "Blood of Ten Chiefs" und war Teil der expandierenden "ElfQuest"-Linie bei WaRP Graphics. Seine eigenen Serien "Elflord" und "Samurai" wurden beim gleichen Verlag kurzzeitig wiederbelebt.

Doch die erotischen Comic ließen ihn nicht los. Der amerikanische Verleger NBM veröffentlichte Anfang der 2000er Jahre zwei neue "Sapphire"-Alben und zeigte einige Arbeiten im hauseigenen Sizzle Magazin. Mit seinem Partner Colin Chan (= Colin Walbridge) entstand neben den "Sapphire"-Bänden auch die Kollektion Nymphettes: The Erotic Elvish Art of Barry Blair (2005) und ein Pin-up Album mit weiblichen Elven für SQP.

2009 gründete er mit Santos Aleman das Studio RealmWalkers.

Blair verstarb tragisch am 3. Januar 2010 an einem nicht erkannten Aneurysma im Gehirn.

"… Barry Blair was one of the pioneers of direct-market-era indie comics, turning an insulation company (of all things) into an important publisher, and he introduced a manga influence into western comics long before that was fashionable." (1)

"… Blair created the first thriving independent comics group, Aircel, during the eighties boom; and he broke a great deal of new talent, including Dale Keown. … Before Aircel, Blair had been publishing his own comics as a kid of fifteen. Even at that young age, he had a flair for light and shadow and cute ambisexual elves. Those old issues cost a fortune if you can find a devotee willing to part with them. … Blair became more identified with porn work as he went along, which he felt had kind of trapped him. I always thought there was a bizarre synergy between himself and his idol, Wally Wood. …" (2)

"Auch wenn Blair seine erotischen Arbeiten nach anfänglichen Enthusiasmus schnell wieder los werden wollte, sind sie doch Teil seines künstlerischen Erbes. Etliche dieser Arbeiten sind jedoch handwerklich auf einem eher bescheidenen Niveau. Zudem hat Blair den Begriff Erotik Comic nie richtig erfasst. Wer seine Figuren die meiste Zeit nackt herumlaufen lässt und gelegentlich ein paar lustarme erotische Szenen in die Handlung einstreut hat recht wenig über den Aufbau einer erotischen Geschichte verstanden." (3)

Links:
- englische Wikipediaseite
- Aircel Contribution Seite
- Wiki-Seite Aircel
- Blair bei Comicvine

Kommentare:
(1) Kommentar von Jason A. Quest (Comicbeats)
(2) Kommentar Gil Baker (Danny Dare Comics)
(3) Kommentar Gaijinjoe

(H) eigentlich eine westliche Einordung von ero manga oder 18-kin manga

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